• kerstinjaud

Muskelverspannungen sind der Ausdruck unterdrückter Emotionen

In unserem Körper gibt es sogenannte phasische und tonische Muskeln. Während die phasischen Muskeln vorwiegend für große kraftvolle Bewegungen zuständig sind, sorgen tonische Muskeln dafür, dass wir uns aufrecht halten können. Phasische Muskeln ermüden schnell. Tonische Muskeln hingegen halten um jeden Preis. Sie dienen unserem Schutz und Überleben. Sie verbrauchen Unmengen an Zucker und können ihre Funktion dafür über Jahre aufrechterhalten.



Zu den klassisch verspannten tonischen Muskeln gehören die kurzen Nackenmuskeln, der Trapezmuskel und Schulterheber, die Brustmuskeln, vordere und hintere Oberschenkelmuskulatur, der Hüftbeuger, die Rückenmuskulatur im Bereich der Lendenwirbelsäule und die Wadenmuskulatur.

Tonische Muskeln reagieren auf Stress und sind für echte Notsituationen gemacht und vermeiden den Totalzusammenbruch des Systems. Nur wann und wo haben wir heutzutage noch echte Notsituationen? Warum sind so viele Menschen chronisch verspannt?

Nun, es handelt sich häufig nicht um Gefahr von außen sondern um unterdrückte Emotionen. Seinem Chef an die Gurgel zu springen hätte vermutlich Konsequenzen. So unterdrücken wir Jahr für Jahr und schlucken unseren Ärger hinunter. Damit diese Gefühle nicht wieder nach oben steigen, machen wir die Muskulatur rund um Nacken und Schultern dicht. Der Körper verspannt zusehends. Wir wollen nicht mehr fühlen. Dass das langfristig Folgen haben muss, liegt auf der Hand. So wird klar, warum der Körper und die Psyche untrennbar miteinander verbunden sind. Die ursprünglich unterdrückten Emotionen manifestieren sich als Verspannungen im Körper.

Das ist nur ein Beispiel von Vielen. Denn auch das Bindegewebe, die Nerven und die Blutgefäße reagieren. Und nun wird auch klar, weshalb die Organe, die im Bindegewebe eingebettet sind, ebenfalls unter unterdrückten Emotionen leiden. Oder der Blutdruck in stressigen Zeiten steigt. Es ist hilfreich, das eigene Leben zu reflektieren neben der Einnahme blutdrucksenkender Mittel. Möglicherweise können diese dann wieder abgesetzt werden.

(—> Achtung bitte niemals selbständig die Einnahme von Medikamenten verändern. Ausschließlich in Zusammenarbeit mit dem Arzt!)

Unterdrückte Emotionen sind der Grund, warum manche Therapien nur für kurzfristige Erleichterung sorgen.

Wir machen Sport, trainieren und bauen Muskulatur auf. Aber die Verspannung bleibt. Um einen nachhaltigen Erfolg zu haben, müssen wir der Ursache auf den Grund gehen. Warum habe ich so einen Zorn auf meinen Chef, die Schwiegermutter, die Nachbarin? Häufig zeigt unser Ärger im Hier und Jetzt Traumata aus Kindheitstagen an. Wir müssen also tiefer gehen. In manchen Fällen ist es angebracht, die Psychotherapie beim Ergründen des Problems zur Hilfe zu nehmen.

So können sich Osteopathie und Psychotherapie prima gegenseitig ergänzen. Sind die Emotionen nicht mehr unterdrückt, haben die Symptome die Chance, langfristig gehen zu können.


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